Altefeld

Hauptgestüt Altefeld, Herleshausen

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Familie Manfred Graf
St. Georg Straße 15a
37293 Herleshausen-Altefeld

Internet: www.gestuet-altefeld.de

Das preußische Hauptgestüt Altefeld befindet sich in Hessen, auf einem Hochplateau am Rande des Werratales in prachtvoller Landschaft auf rund 400 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen Eschwege und Eisenach. Vorbild war das Hauptgestüt Trakehnen: Was sich dort bewährt hatte, wurde übernommen, anderes verbessert. Der Grundriss vieler Stallgebäude ist mit denen von Trakehnen identisch. Auch die langgezogenen Ziegeldächer mit ihren Giebeln und Gauben und die langen Alleen entsprechen den Vorlagen in Trakehnen. Die Gestütsanlage bildete eine in sich vollkommen abgeschlossene, autarke Welt - bis hin zur eigenen Schule und Gemeindeschwester. Noch heute bietet das Gestüt Altefeld auf 135 ha. Fläche die idealen Voraussetzungen für die artgerechte Aufzucht von Pferden, insbesondere von Junghengsten. Die Weiden werden u.a. seit 1961 von einer Herde von ca. 50 Angusrindern ökologisch gepflegt.

Historischer Plan

Geschichte - In der Tradition Trakehnens

Hauptgestüt Altefeld wurde 1913 von Oberlandstallmeister Burchard v. Oettingen gegründet. Nachdem im Ministerium in Berlin die Planung für das neue Großgestüt genehmigt war, begann man 1913 mit dem Ankauf der Flächen auf dem Ringgau, die bis dahin alle im Besitz von Landgraf Chlodwig v. Hessen waren. Während des 1. Weltkrieges entstanden die wichtigsten Bauten unter der Oberaufsicht des Schöpfers von Altefeld, Oberlandstallmeister Burchard von Oettingen, von 1895 bis 1912 Landstallmeister in Trakehnen. Altefeld war die erste umfassende Gestütsplanung, die eine komplette Anlage eines fortschrittlichen Gestüts vorsah. Hengststall, Deckhallen, Mutterstutenställe, Laufställe für Jungstuten und Junghengste, Hotel, Gestütsschule, Jugendherberge, Gärtnerei, Försterei, Schmiede, Schäferei und Gutshof wurden auf einer ca. 800 ha großen Fläche zwischen 1913 und 1919 gebaut.

Im Februar 1919 kamen die Vollblutstuten aus Graditz und vom Hauptgestüt Beberbeck nach Altefeld. Darunter so klangvolle Namen wie Antwort und Aversion. Danach folgten die Hauptbeschäler DARK-RONALD, HEROLD, ARD PATRICK und NUAGE. Mit dem Pferdebestand ging auch der staatliche Rennbetrieb sowie der Rennstall in Berlin-Hoppegarten auf das Altefelder Gestüt über.

Unter dem letzten in Altefeld für den staatlichen Rennstall gezogenen Jahrgang gingen die Derbysieger Alchimist und Arjaman hervor. In der Zeit als preußisches Hauptgestüt wirkten in Altefeld von 1919 bis 1930 die Landstallmeister Graf Kalnein, Graf Sponeck, Hans Althaus und Hermann Großcurth.

MuseumStallbögenAlchimist Denkmal

Erfolgreiche Rennpferdezucht nach dem 2. Weltkrieg

Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Auflösung des Heeres war auch das Schicksal des Heeresgestüts Altefeld besiegelt. Die Gestütsanlage wurde zunächst als Pensionsanlage verwendet, wo viele Heimatvertriebene Zuflucht fanden. Durch den Verlust der Ostgebiete, durch Aufteilung und Bodenreform waren mehr Vollblutzüchter denn je ohne Grund und Boden. Altefeld beherbergte vorübergehend die aus der Heimat evakuierten Schlenderhaner. Das Oppenheimische Gestüt züchtete im Gestüt Altefeld die überragende Rennstute Ariala sowie die Derbysiegerin Asterblüte und Aubergine. Weiterhin baute in Altefeld Adolf Schindling seine Vollblutzucht auf und züchtete hier die Derbysieger Kaliber und Kilometer aus der in Altefeld gezogenen Stute Kirschfliege. Auch das Klassepferd Erlenkind ist der Altefelder Scholle entsprungen und der Derbysieger Birkhahn in dieser Zeit auf Altefeld geboren.

1962 wurde Altefeld durch die Ansiedlung des Traditionsgestüts Waldfried zu einem neuen Mittelpunkt der Vollblutzucht. So ging zu dieser Zeit der 2000. Sieger in den blauweißen Farben auf einer deutschen Rennbahn durch das Ziel. Bis zu seiner Auflösung 1981 züchtete Frau Alexandra Scherping mit großem Erfolg Rennpferde auf Altefeld wie den Derbysieger Elviro und den Celler Landbeschäler Agami.

Altefeld heute

Als 1981 das Gestüt Altefeld von Manfred W. Graf erworben wurde, war auf der verwaisten Anlage nahe dem damals noch existierenden „Eisernen Vorhang” nur noch ein einziges Pferd: der alte und kranke Derbysieger von 1968 ELVIRO. Graf war fasziniert vom Konzept und der Schönheit von Altefeld, auf einer Hochebene inmitten von herrlichen Laubwäldern gelegen. Es war ein ungewöhnliches Experiment, die Pferdezucht genau nach den historischen Vorgaben der preußischen Gestütsverwaltung fortzuführen: ohne Stress, artgerecht und natur­verbunden sollen die Pferde hier aufwachsen!

Haupthaus AltefeldAltefeld Herde

Aktueller Altefelder Deckhengst ist „Graf Faedo” Dieser blutgeprägte Prämienhengst hat sich in den letzten Jahren zu einem echten „Allrounder” entwickelt.

Der Service des Gestütes umfasst:

  • Deckstation
  • Stall- und Weidepension
  • Hengstaufzucht
  • Körvorbereitung
  • Anreiten
  • Verkauf von gut gerittenen Nachwuchspferden
  • Verkauf von Angusrindern

Altefeld Turnierplatz

Heute sind Hengststall und Deckhallen Wohngebäude. Das Hauptgebäude beherbergt seit 1991 auch ein Gestütsmuseum mit ca. 100 qm Ausstellungsfläche, das diese wechselvolle Geschichte dem Besucher in Fotos & Gemälden, Skulpturen und Dokumenten & Plänen und historischen Exponaten anschaulich macht.
Im Gestütsmuseum finden auch Veranstaltungen wie FN-Tagung, Züchtertagungen und Sonderausstellungen statt.

So bildet Altefeld den Höhepunkt, aber auch den Abschluss der staatlichen Gestütsplanung und ist damit das jüngste deutsche Hauptgestüt und bis heute ein angesehener Ort deutscher Pferdezucht.

 

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