Piber

Bundesgestüt Piber

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Piber 1
8580 Köflach
Österreich

Internet: www.piber.com (deutsch)
E-Mail Sekretariat: office@@piber.com

Das Bundesgestüt Piber ist die Heimat und Kinderstube der Hengste der Spanischen Hofreitschule Wien. Seit 1920 stammen sämtliche Hengste, die in der Spanischen Hofreitschule auftreten, ausnahmslos aus Piber. Das herrliche Klima und die Bodenbeschaffenheit bieten hier die perfekte Umgebung für die Aufzucht der Pferde, die nach drei Jahren und einer Wandlung von oft kohlrabenschwarz zu schneeweiß ihren Weg nach Wien antreten.

Im Jahr 1580 wurde in der Nähe des Dorfes Lipizza im heutigen Slowenien von Erzherzog Karl von Habsburg ein Gestüt gegründet und damit die Grundlage der Lipizzanerzucht geschaffen. Mit dem Ersten Weltkrieg endete die österreichische Pferdezucht im Hofgestüt Lipizza. 97 Pferde verblieben in Österreich, die im Jahre 1920 nach Piber verlegt wurden.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges mussten die weißen Pferde ihre neue Heimat wieder verlassen, weil in Piber Gebirgstragpferde und Maultiere für militärische Zwecke gezüchtet werden sollten. Nach dem Krieg kam der Rest des österreichischen Bestandes nach Piber zurück, wo sich die Zucht bis heute ausgezeichnet entwickelt hat. Der Lipizzaner gilt als älteste Kulturpferderasse Europas, in der dank eines strengen Zuchtziels längst vergangene Pferderassen in geglückter Verschmelzung nahezu unverfälscht weiterleben.

PiberGezüchtet wurde und wird nach den klassischen Voraussetzungen, das heißt, bis zum heutigen Tag haben sich sechs Hengststämme als Repräsentanten der Lipizzanerrasse erhalten, deren Ursprung bis zum 18. Jahrhundert auf ihre damals in die Zucht eingeführten Stammväter zurückzuführen und zu verfolgen ist. Da fast alle Gestütsbücher oder Aufzeichnungen bis zum Jahre 1700 vorliegen, lassen sich noch heute lückenlos die Abstammungsnachweise führen. Die Lipizzanerzucht wird seit jeher als Familienzucht betrieben. Bei den Stuten basiert dies auf Stutenfamilien. Im Bundesgestüt Piber wird heute mit 17 klassischen Stutenfamilien gezüchtet. Die klassischen Hengstlinien sind CONVERSANO, FAVORY, MAESTOSO, NEAPOLITANO, PLUTO, SIGLAVY.

Derzeit hat Piber einen Gesamtpferdebestand von rund 250 Tieren, davon ca. 70 Zuchtstuten. Es werden jährlich ca. 30 - 40 Fohlen geboren, die im Alter von 6 bis 8 Monaten von der Mutter abgesetzt werden. Die Fohlen kommen anschließend auf einen eigenen Aufzuchtshof und leben in Fohlengruppen. Dort verbleiben die jungen Pferde ein weiteres halbes Jahr, bevor sie nach Geschlechtern getrennt auf gesonderte Aufzuchtshöfe überstellt werden. Die Sommermonate verbringen die Jungtiere auf den ca. 1600 m hoch gelegenen Almen des Gestüts.

Nur die am besten geeigneten Junghengste werden in die Spanische Reitschule zur Ausbildung überstellt. Diese Selektion bezieht sich nicht nur auf die Schönheit und Leistungsbereitschaft der Hengste, sondern sehr wohl auch schon auf einen möglichen späteren Zuchteinsatz. Nach der erfolgreichen Ausbildung in der Spanischen Hofreitschule und nach reichlicher Erfahrung bei Vorführungen und weltweiten Gastspielreisen wird der Hengst reif, um für die Zucht eingesetzt zu werden.

Die Jungstuten, die zur Zucht vorgesehen sind, werden im Gestüt ausgebildet und einer Leistungsprüfung unterzogen, bevor sie in die Zuchtstutenherde übernommen werden. Diese Leistungsprüfung dauert ein halbes Jahr und umfasst eine Grundausbildung im Gespann und unter dem Sattel. Überprüft werden während dieses Beobachtungszeitraumes und in Form eines Abschlusstests vorwiegend Charaktereigenschaft, Lerneifer und Leistungsbereitschaft, um Erkenntnisse für den Zuchteinsatz zu bekommen.

Die Repräsentationspferde des Gestütes befinden sich vorwiegend in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase. Diese Pferde können sowohl im Gespann als auch unter dem Sattel jederzeit zum Einsatz kommen und dienen hauptsächlich zu Präsentationszwecken bei Gestütsveranstaltungen. Diese Pferde werden durch qualifizierte Gestütsmitarbeiter ausgebildet und bei den jeweiligen Anlässen auch von ihnen präsentiert.

Piber Pferde

Piber HofPiber Pferde

Umfangreiche Sanierungen und neue Infrastruktur machen Piber heute zu einem attraktiven, modernen Gestüts-, Veranstaltungs- und Tourismusbetrieb. Mit der „Lipizzanerwelt Piber“ wurde im Jahre 2006 ein Ausflugsziel geschaffen, das den Besuchern ein umfangreiches und lehrreiches Programm bietet, das nicht nur Pferdefreunde, sondern vor allem auch Familien mit Kindern begeistert.

So ist das Bundesgestüt Piber heute sowohl ein wichtiger Zuchtbetrieb, um die älteste Kulturpferderasse Europas und die Akteure der Spanischen Hofreitschule Wien zu erhalten, als auch ein attraktives Ausflugsziel der Region.

 

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