Konferenz der europäischen Staatsgestüte im „Versailles der Pferde“

ESSA Mitgliederversammlung 2011 in Le Pin, Frankreich

Vom 2. bis 4. Mai trafen sich die Mitglieder der European State Studs Association e.V. (ESSA) im französischen Nationalgestüt Le Pin. Rund 30 Gestüte aus 13 Ländern sind dem Netzwerk der europäischen Staatsgestüte angeschlossen. Sie kooperieren in den Bereichen Pferdezucht, Ausbildung, Forschung, Marketing, Tourismus und setzen sich auf internationaler Ebene für die Belange der staatlichen Gestüte ein, die aufgrund von sinkenden Zuschüssen vor großen Herausforderungen stehen. Immer wieder wird der Fortbestand traditionsreicher Zuchtstätten in Frage gestellt, wie zuletzt im Schweizer Nationalgestüt Avenches.

Das Nationalgestüt Le Pin gehört neben Pompadour und Rosières-aux-Salines, die ebenfalls der ESSA angehören, zu den ältesten Gestüten Frankreichs. Es wurde 1715 von Ludwig XV. gegründet und gilt mit seinem Schloss und den großzügigen Stallanlagen als „Versailles der Pferde“.

Auf einem Rundgang wurden den Konferenzteilnehmern die vielfältigen Aufgabenbereiche des Gestüts vorgestellt. Neben der Pferdezucht nimmt die Ausbildung einen herausragenden Stellenwert ein. Ein Schulungszenturm bietet Reit- und Fahrkurse an. Besonders talentierte Nachwuchsspringreiter werden mit Hilfe von Stipendien unter besten Bedingungen gefördert. Ein ganzes Vorwerk widmet sich der Ausbildung im Bereich Pferdezucht und Forschung. In Schmiede und Sattlerei werden historische Berufe auf neuestem Stand unterrichtet.

Besuchern bietet das Gestüt Führungen, Hengstvorstellungen, ein sehr anschauliches Museum, Shop, Café und vieles mehr. Das ganze Jahr über finden hochkarätige Pferdezucht- und Sportveranstaltungen statt. Auch Pferderennen auf der gestütseigenen Rennbahn, deren historische Tribüne bereits der Verfilmung von Coco Chanels Leben als Kulisse diente. Vormerken sollte man sich das Jahr 2014, wenn in Le Pin die Weltmeisterschaften im Vielseitigkeitsreiten ausgetragen werden.

Die Konferenz der europäischen Gestütsdirektoren wurde durch einen Empfang am Abend abgerundet. Bertrand Maréchaux, Präfekt des Departements Orne und Repräsentant des Ministeriums für Sport und Landwirtschaft, Hubert Christophe, der den Rat des Departments Orne vertrat, sowie Philippe de Guénin, Generaldirektor des französischen Instituts für Pferde und Reitsport (IFCE) begrüßten die internationalen Gäste, ebenso wie Laurence Meunier und Frédéric Chauvel, Präsidentin und Direktor des französischen Pferdeclusters. Der Präsentation von Bernard Maurel, Präsident der ESSA, folgte eine Hengstvorstellung im Ambiente des historischen Gestütshofes.

Neben den von Gestütsleiter Franck Le Mestre fachmännisch kommentierten Beschälern aus Le Pin wurden Privathengste und Hengste aus dem ebenfalls in der Normandie beheimateten Nationalgestüt Saint-Lô gezeigt. Die Palette reichte von bewährten Althengsten bis zu typvollen Nachwuchsvererbern. Vielversprechende Youngster und bereits hoch erfolgreiche Sportpferde wie JAGUAR MAIL und MILORD CARTHAGO begeisterten die Zuschauer, ebenso wie die Vertreter verschiedener Spezial- und Kaltblutrassen, vom barocken Lipizzaner, über den eleganten Noniushengst bis hin zu den kompakten Cob Normands und mächtigen Percherons.

Die Konferenz wurde von regem Medieninteresse begleitet. Die französische TV-Station France 3 Basse-Normandie sendete 2 Beiträge in den Nachrichten: Info zum Beitrag 03.05. Mittag und Info zum Beitrag 03.05. Abend.

Vom 12. bis 14. Oktober veranstaltet die ESSA ein Symposium zur europäischen Gestütskultur im slowenischen Nationalgestüt Lipizza, die nächste Konferenz findet im Juni 2012 in Rumänien statt.

Die ESSA setzt sich für den Erhalt des kulturellen Erbes der europäischen Staatsgestüte ein. Dazu zählt neben den historischen Gestütsanlagen und über Generationen weiter gegebenen Traditionen auch das lebendige Erbe „Pferd“. Die Fäden des Netzwerks laufen im Haupt- und Landgestüt Marbach zusammen, wo sich die Geschäftsstelle der ESSA befindet. Wer die Anliegen der ESSA unterstützen möchte, kann der Vereinigung als Fördermitglied beitreten. Ausführliche Informationen über das Netzwerk und die einzelnen Partnergestüte finden Interessierte hier auf den Seiten von www.europeanstatestuds.org PDF Text als PDF

 

Le Pin 2011
Le Pin 2011
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